Zwischen April 2003 und Juni 2005 arbeitete ich für das Theater Regensburg. Seit dem Beginn der Spielzeit 2003/04
war ich für die Beleuchtung des "Theater am Haidplatz", eine der drei ständig bespielten Spielstätten, zuständig.
Nathan der Weise
Die Handlung spielt zur Zeit der Kreuzzüge (Dritter Kreuzzug) in Jerusalem. Als der Jude Nathan
von einer Geschäftsreise zurückkommt, erfährt er, dass seine Tochter Recha von einem christlichen
Tempelherrn aus einem Feuer gerettet wurde. Dieser Tempelherr verdankt sein Leben der Begnadigung
durch den muslimischen Herrscher, Sultan Saladin. Dieser hatte ihn begnadigt, weil er seinem (des Sultans) verstorbenen Bruder Assad ähnlich sah. Nathan überredet/überzeugt den Tempelherrn zu
einem Besuch, um den Dank seiner Tochter entgegenzunehmen.
Premiere: 8. Oktober 2004 im Theater am Haidplatz
Fräulein Julie
Mittsommernacht in der Küche (Bühnenbild: Hans Salomon) eines schwedischen Grafen. Auf dem gräflichen Herrschaftssitz wird ausgelassen gefeiert.
Julie, die überreizte und hochmütige Tochter des Grafen, kokettiert beim Tanz mit dem ehrgeizigen Diener Jean. Beide verbringen die Nacht miteinander. Doch nach dem Rausch folgt die
Ernüchterung. Julie fühlt sich entehrt und gedemütigt, Jean ist zunächst ratlos. Fluchtpläne werden
geschmiedet – und wieder verworfen, denn eine Liaison zwischen Herrin und Diener ist unmöglich. Die
gereizte Stimmung eskaliert: Auf Julies "Knecht ist Knecht" schleudert ihr Jean verächtlich entgegen:
"Und Hure ist Hure!" Er kostet seinen Triumph aus. Julie wird ihm lästig, zumal seine Verlobte,
die zielbewusste und von Berufsstolz und Gottvertrauen erfüllte Köchin Christine, ihre älteren
Rechte durchaus zu wahren versteht. Verzweifelt ergreift Julie schließlich das Rasiermesser, das
ihr Jean in die Hand drückt – und bringt sich um (Inszenierung: Gunter Möllmann).
Premiere: 27. November 2004 im Theater am Haidplatz
Sultan Saladin hat Geldsorgen, deshalb plant er Nathan eine Fangfrage zu stellen und dessen Antwort
zu nutzen, um Geld von ihm zu bekommen. Er fragt Nathan nach der "wahren Religion". Dieser antwortet
mit der Ringparabel. Die Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung und als pointierte
Formulierung der Toleranzidee.
Der davon tief beeindruckte Sultan bittet daraufhin, Nathans Freund sein zu dürfen.
Der Tempelherr hat sich unterdessen in Recha verliebt und möchte sie heiraten, obwohl sie die
Tochter eines Juden ist. Als er aber herausfindet, dass Recha adoptiert ist und ihre leiblichen
Eltern Christen waren, wendet er sich an den Patriarchen von Jerusalem. Dieser versucht daraufhin,
Nathan eine Falle zu stellen. Am Ende stellt sich heraus, dass Recha und der Tempelherr Geschwister
und die Kinder von Assad sind. In dieser Inszenierung (Gudrun Orsky) bleibt Nathan allein zurück.
Das Stück spielt in Einheitsbühnenbild (Karlheinz Beer), die Handlungsorte werden durch die Lichtführung verdeutlicht.